PILZE BEIM PFERD

Teil 2 zu Schwammerlzeit

ah ProHorse, Alfred

In unserem ersten Beitrag zum Thema Pilze beim Pferd, haben wir euch Grundsätzliches zum Thema Pilze rund um`s Pferd näher gebracht. Heute gehen wir noch etwas ins Detail und schlagen euch Lösungen für die Pilz- Problematik beim Pferd vor.

Trotz aller Prävention (gem. Teil 1) kann es dennoch immer wieder zu unangenehmen Berührungspunkten mit Pilzen für Pferde und Pferdebesitzer kommen.

Generell lassen sich Pilze, die Krankheiten beim Pferd verursachen, in 3 Gruppen einteilen: In Hautpilze, Schimmelpilze und Hefepilze.

1) Hautpilze könne mit speziellen Waschlösungen und Cremes gut behandelt werden. Hier den Tierarzt zu Rate ziehen, er hat dementsprechende Mittel zur Hand. Gleichzeitig auf Hygiene achten: eventuell Satteldecke, Putzzeug und Ausrüstung heiß waschen, oder durch Neues ersetzen. Wachsam sein: oft hängt ein Hautpilz auch mit einer Darmpilzerkrankung (Hefepilz) zusammen!

2) Hefepilze, wie z.B. Candida Albicans sowie Geotrichum Candida kommen beim Pferd am häufigsten vor, da sie grundsätzlich zu einer gesunden Mikroflora dazu gehören. Erst ab einer bestimmten Keimanzahl werden diese gefährlich.

Ein Darmpilz - Befall mit Krankheitsfolgen deutet immer auf eine Störung der Darmflora hin, da eine gesunde Darmbesiedlung eine krankmachende Vermehrung verhindert. In einer gestörten Darmflora breitet sich der Pilz aus und besiedelt geschwächte Darmabschnitte. Der Pilz ernährt sich aus Blut, indem er die Darmwände perforiert. Langfristig führt dies zu Mängeln laut Blutbild. Breitet sich der Pilz über das Blut aus, werden im schlimmsten Fall weitere Organe ebenfalls befallen und geschädigt.

Die Darmflora wird häufig durch den Einsatz von Antibiotika oder anderen Medikamenten, verdorbenes Futter, falsche Fütterung (z.B. Kraftfutter vor Raufutter / zu lange Fresspausen) Stoffwechselkrankheiten, Flüssigkeitsmangel oder der Aufnahme von Giftstoffen geschädigt und ist so für einen Pilzbefall besonders anfällig.

Symptome für einen Darmpilzbefall können sein:

- starke Abmagerung trotz ausreichend Futter

- vermindere Leistungsbereitschaft

- schlechtes, struppiges Haarkleid

- Koliken, Verdauungsstörungen, Kotwasser, Blähungen

- hohe Allergie- Bereitschaft

- Wechsel zw. Durchfall, normalem Stuhl und Verstopfung

- Heißhungerattacken

- Leberbelastung mit Leistungsabfall, Haut- und Haar-

Problematik, schlechtem Fellwechsel

- Immunschwäche

- uvm.....

3) Aber auch Schimmelpilze, die sich nicht im Darm einnisten, sondern von außen permanent über verdorbenes Futter, Einstreu, überständiges Gras ins Pferd gelangen können, schädigen den Pferdekörper schwer:

Schimmelpilze verursachen bei hoher Belastung beim Pferd schwere Leber- und Nierenerkrankungen, lösen Koliken aus und können sogar die Fruchtbarkeit schädigen. Mykotoxine, die Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze, sind hochgiftig, nahezu unsichtbar und überstehen die unwirtlichsten Bedingungen. Ihr inaktiver Stoffwechsel kommt ohne Wasser, Luft und Nährstoffe aus und wird aktiviert, sobald Temperatur und Feuchtigkeit stimmen. Erst dann erkennt man den Pilz an kleinen schwarzen Pünktchen oder später an grauen Pilzfäden.

Auf dem Speiseplan der Fressmaschine Schimmelpilz stehen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette bis hin zu Leder! Das Stoffwechselprodukt der Pilze sind die sog. Mykotoxine, Gifte, die den Pilz vor seinen natürlichen Feinden wie z. B. Bakterien schützen sollen.

Hier schließt sich der Kreis für uns Pferdebestitzer: Die Abfallprodukte der Pilzernährung (Mykotoxine) töten im Übermaß die gesunden Darmbakterien des Pferdes und verhindern damit eine korrekte Verdauung des Futters im Darm des Pferdes.

Das Tückische: Tötet man den Pilz an sich durch z. B. Bedampfen von Heu, nachträgliche Trocknung von Futter oder Sauerstoffentzug, bleiben die Gifte, die der Pilz bis dahin ausgeschieden hat, dennoch erhalten.

Beispiele für die starke Schädigung durch Mykotoxine sind:

- Nierenprobleme mit Wasseransammlungen, wie angelaufene

Beine

- Lahmheiten, Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Ataxien

- Wachstumsdepressionen, verminderter Appetit

- Lungenödemen und Herz- sowie Atembeschwerden.

- Bei Ponys wurde sogar die Zersetzung der Skelettmuskulatur

durch Mykotoxinbelastung festgestellt.

Die Symptome, die eine Pilzbelastung oder Mykotoxin-Vergiftung mit sich bringt, jagen jedem Pferdebesitzer Schauer über den Rücken. Wie schützt man also sein Pferd nun vor einer übermäßigen, krank machenden Pilzbelastung?

Im Folgenden gehen wir nochmal auf Prävention, sowie auch auf die Stärkung und Entgiftung des Körpers im Fall der Fälle ein.

Beitrag veröffentlicht durch ah-ProHorse auf facebook